Open Eyes //

EDCH 2019

Dieses Jahr haben Laureen und ich die Ehre, Teil der EDCH – Editorial Design Conference – in München zu sein und uns von anderen kreativen Köpfen inspirieren zu lassen. Als Salon der Ideen präsentiert sich die EDCH mit leicht neuem Konzept in diesem Jahr zum ersten Mal in der Hoch­schule für Fern­sehen und Film (HFF) München. An drei voll­gepackten Tagen wird in Vor­trägen und Work­shops das Drei­eck zwischen Editorial Design, Visual Story­telling und Digital Content ge­knüpft. Dabei geht es nicht nur um die moderne Ge­staltung von Magazinen sondern auch um die frei­denkerischen und kritischen Inhalte verschiedener independent Magazine aus der ganzen Welt.

Täglich nehmen wir zwei in unseren Kino­sesseln in der vierten Reihe Platz und lauschen ge­spannt den KollegInnen der Branche. In den Pausen be­gut­achten wir die vor­gestellten Magazine und Werke, und stöbern im Soda-Bookshop – natürlich werden auch wir wieder fündig – und knüpfen neue Kontakte. Als kleines Schmankerl wird jeweils nach den großen Pausen eine Variable Font von Studenten rund um Rainer Erich Scheichelbauer, Type Designer aus Wien, vor­gestellt. So kann gegen eine Schrift TicTacToe gespielt werden und das Wort „Trump“ erhält automatisch beim Tippen eine orangene Fönwelle. Sehr amüsant was alles mit Schrift geht!

Die Redner­pallette ist dieses Jahr bunt gemischt. Journalisten, Art Direktoren, Designer, Typografen, Künstler, Grafik Editoren, Autoren und viele mehr waren vertreten. Dabei scheint keine Anreise zu lang. Miguel Reyes, Typograf, kam extra aus Mexiko um seine Schrift „Canela“ zu prä­sentieren. Audrey Fondecave, Künstlerin und Gründerin des TOO Much Magazins, reiste aus Tokio an, um uns ihr Magazin vorzustellen.

Unser Highlight der EDCH ist der Vortrag von Edel Rodriguez. Der gebürtige Kubaner illustrierte und ge­staltete schon zahlreiche Cover für den Spiegel, das New York Times Magazine und den New Yorker. Er fiel in den ver­gangenen Jahren besonders durch seine Trump-kritischen Illustrationen auf. Auch Mark Burckhardt begeistert uns mit seinen extra­vaganten Gemälden.

Spannend ist ebenfalls der Vortrag der Infographics Group, sie ent­wickelten ein neues Tool zum Visuellen Storytelling, was sich am Besten als Mischung aus AfterEffects gemixt mit Keynote be­schreiben lässt. So können online Informationen in lebendigen Ge­schichten ver­packt und für das breite Publikum online zu­gänglich gemacht werden. Leider kann noch niemand Externes das Programm nutzen, doch wir verfolgen diese Ent­wicklung gespannt.

Ende der spannenden Tage ist eine kleine Aftershow-Party. Wir tanzen und lachen und networken noch einmal in entspannter Atmosphäre mit den Rednern zusammen. Einen networking Erfolg können wir schon verzeichnen: Rod Stanley hat uns bereits letzte Woche sein Magazin „Good Trouble“ zugesendet – wir ver­schlingen es mit Begeisterung.