Einblicke //

Happy sailing

Anluven, Abfallen, Halsen, Rund achtern, Palstek, Webeleinstek – ich sitze im Theorieunterricht der Porsche Seglergemeinsschaft e.V. und komme mir zeitweise vor, als würde ich eine neue Sprache lernen. An acht Abenden lerne ich im Clubhaus am Max-Eyth-See alles, was man für den Sportbootführerschein-Binnen unter Segel und Motor (SBF-Binnen) wissen muss. Danach heißt es 300 Prüfungsfragen lernen und zusätzlich noch 458 für das Bodenseeschifferpatent. Als Quereinsteigerin und Segelfrischling fällt mir das ehrlich gesagt gar nicht so leicht, ich finde es viel anspruchsvoller und komplexer als den Autoführerschein, aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich keine 18 mehr bin?

Von unserem Wohnzimmer aus habe ich direkten Blick auf den Max-Eyth-See, ich kann also Segeln lernen direkt vor der Haustüre – einfach genial! An acht Nachmittagen lernt man mit zwei Mann und einem Ausbilder an Bord die Manöver und den sicheren Umgang mit der Jolle. Und das sieht so aus: Jolle zum Segeln fertig machen, Schwimmwesten anlegen, Manöverkreise segeln. Wir rufen laut unsere Kommandos „Klar zur Halse“, „über die Fock“, „Fier auf die Großschot“ usw. Am Anfang ist das sehr ungewohnt, sich mit seinen Mitseglern über Kommandos zu verständigen. An vielen Nachmittagen gibt es gar keinen Wind oder man wird von einem Gewitter überrascht. Dann heißt es Knoten üben oder einfach theoretisch die Manöver an Bord durchspielen. Beim Segeln ist man einfach voll und ganz von der Natur abhängig.

Nach den Pflichtnachmittagen stehen die Boote der Porsche Seglergemeinschaft während der Wochenenden zum freien Segeln und eigenständigen Üben zur Verfügung. Es macht sehr viel Spaß, aber ehrlich gesagt, habe ich das Segeln noch nicht ganz verinnerlicht. Jetzt heißt es üben, üben, üben und auf den Wind warten! Die Theorie habe ich erfolgreich bestanden, im Sommer geht es weiter … Dann kann ich mit meinem Kapitän Martell und unserem Leichtmatrosen Tom sicher den Bodensee erkunden und mit einer Wende oder Halse ans gewünschte Ziel kommen und das alles ganz getreu dem Motto: „Wir können die Windrichtung nicht bestimmen, aber wir können die Segel richtig setzen“ (Seneca).