Making of //

550 Mio.

550 Millionen Jahre – so weit in die Vergangen­heit können die Forscher des staatlichen Museums für Natur­kunde die Ent­wicklung des Lebens und des Welt­klimas nach­voll­ziehen. Von damals bis heute lassen sich fünf große Aussterbe­eignisse beobachten, bei denen mehr als 40 % aller Gattungen für immer ver­schwanden. Dem letzten großen Aus­sterben fielen vor rund 65 Millionen Jahren die Dino­saurier zum Opfer. Die Kreide­zeit ging damit zu Ende und das Zeit­alter der Säuge­tiere, das Tertiär, be­gann.

Der von uns neu gestaltete Bereich im Natur­kunde­museum Stuttgart erzählt ab Oktober die Geschichte dieses Aus­sterbens: Vom Vulkanismus über den Asteroiden­einschlag bis hin zur Ver­änderung des Klimas und den großen Massen­sterben der Zeit­ge­schichte. In dieser Geschichte stecken unglaublich viel Recherche, zahlreiche Ideen und Prototypen, eine Menge Programm­code und solides Projekt­management.

In den vergangenen Tagen haben wir diese Geschichte Wirklichkeit werden lassen. Nach einem reibungs­losen Aufbau steht ein neuer interaktiver Bereich im Museum. Exponate zum Anfassen, Interaktion, Klimawandel, ein Asteroiden­einschlag – doch halt! Wir dürfen nicht zu viel verraten. Eröffnet wird erst am 21. Oktober mit einem beein­druckenden aber harmlosen Stargast, der die Besucher in unserer Aus­stellung empfängt ...

Doch eine Frage unserer Geschichte können wir jetzt schon vor­weg­nehmen, da sie dringender nicht sein könnte: Befinden wir uns heute im sechsten großen Massen­sterben der Geschichte? Seit dem Sess­haft­werden der Menschen vor rund 2.800 Jahren lässt sich eine Aus­sterbe­welle beobachten, die bis heute zunimmt. Zwar sterben aktuell kaum ganze Gattungen aus – Stand heute sind jedoch rund eine Million Arten vom Aus­sterben bedroht.